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Hochbegabung: Was ist wirklich originell?

Hochbegabte: Sind Non-Konformisten origineller oder nur kreativer?
Hochbegabte: Sind Non-Konformisten origineller oder nur kreativer?
Wer über Hochbegabte sagt, sie seien originell, denkt zumeist an solch Wunderkinder wie Mozart, oder irgendwelche talentierten Sportler, doch Originalität bei "Hochleistern" ist wirtschaftlich ebenso wichtig. Bei Underachievern jedoch wird eine Originalität oft verneint. Doch was genau ist eigentlich diese Originalität? Kommt sie einem Gedankenblitz gleich? Kann man sie fördern, verursachen, anbahnen? Oder ist sie einfach vorhanden?
Wer sich originell verhält schwimmt meistens gegen den Strom. Ein Original ist jemand, der aus der Masse hervor sticht. Der einfach auf einmal einen anderen Weg geht und nicht immer mit Allem konform geht. Er ist kein Ja-Sager, niemand der sich nicht traut seine Meinung zu sagen. Doch all das ist lernbar, von frühster Kindheit, aber auch noch im hohen Alter. Originalität bewegt die Welt. Warum das so ist, hat Adam Grant in seinem Buch "Non Konformisten - Warum Originalität die Welt bewegt" erlebbar gemacht.
Zwar geht er dabei nicht explizit auf Hochbegabung ein und doch ist eine gewisse Intelligenz bei keinem der Beispiele zu verleugnen.

Was ist eigentlich Kreativität?

Kreativität ist ein Teil dieser Originalität. Wer kreativ ist, ist auf dem besten Weg auch ein echtes Original zu werden. Kreativität bedeutet etwas Neues zu schaffen. Doch mit Allem, was man neu schafft, kann man auch etwas Altes zerstören. Gerade im Bezug auf Ansichten kann man von einer schöpferische Zerstörung sprechen, denn auf den ersten Blick scheint es gefährlich zu sein, gegen den Strom zu schwimmen. Doch tatsächlich sichern sich insbesondere die kreativen Köpfe oft doppelt und dreifach ab. Sie ändern nicht von jetzt auf gleich, sondern erlauben sich einen langsamen Wachstum neben dem Bestehenden. Zuckerberg brach die Universität erst ab, als er durch Facebook keine Zeit mehr hatte für die Prüfung zu lernen, der Erfolg sich also bereits abzeichnete. Eine Firma zu gründen, während man noch studiert oder einem Beruf nachgeht, ist dahingehend sicherer als das man nicht alles verliert. 

Scheitern erlaubt 

Die Kultur des Scheiterns ist dabei in den USA so weit ausgebaut, dass es praktisch als gesellschaftsfähig anerkannt ist. Wer nicht an mindestens einer Gründung gescheitert ist, hat noch nicht gegründet. Wer noch kein nicht funktionierendes Produkt konzipiert hat, hat noch gar keins geschaffen. 
Diese Theorie des Scheiterns jedoch ist keinesfalls nur wirtschaftlich zu sehen. Auch bei Aspekten des Lebens, die nichts mit dem Beruf zu tun haben, kann es sinnvoll sein zu scheitern und aus der Erfahrung zu lernen. Scheitern muss gelernt sein, ja, es darf sogar perfektioniert werden. Sie gründen eine Reihe von Firmen und scheitern an immer unterschiedlichen Aspekten. Tatsächlich jedoch, kommen Sie jedes Mal ein Stück näher an Ihr Ziel heran. Gleichzeitig jedoch gilt es die Spreu vom Weizen zu trennen. Die originellen Ideen zu erkennen ist dabei sicher nicht unwichtig. Das Risiko zu gehen und für eine Idee einzutreten erfordert jedoch auch den Mut ehrlich zu sein. Heißt, mit dem Geben und Nehmen von Kritik umgehen zu können. 

Strategie und Timing 

Manchmal entscheidet sogar das richtige Timing oder die richtige Strategie über Erfolg oder Misserfolg einer Idee. Aus diesem Grund kann es durchaus sinnvoll sein nichts zu überstürzen und erst einmal den Weg für seine Erfindung zu bereiten. Gleichzeitig ist es auch eine gute Variante sich Gleichgesinnte und Verbündete zu suchen, die Einen einerseits unterstützen, auffangen und Mut machen, andererseits aber auch kritisch hinterfragen. Originell zu sein bedeutet dabei jedoch auch, sich gegen Etwas oder Jemanden aufzuwiegeln und in gewisser Weise auch zu rebellieren. Es kann sinnvoll sein, in Gruppen eine kritische Perspektive einzunehmen, statt immer nur freundlich zu lächeln und zuzustimmen. Der teuflische Richter, Advocatus Diaboli, ist in Sachen Originalität ein besserer Berater. Angst, Apathie, innere Zerrissenheit oder Wut sind ebenfalls schlechte Berater und echte Hürden. Stehen Sie sich nicht selbst im weg, stehen Sie lieber hinter Ihrem Projekt. Originell zu sein bedeutet nämlich, die Welt zu bewegen. Darum geht es auch im Buch von Adam Grant. 

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