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"Die Revolution im Kopf - Wie neue Nervenzellen unser Gehirn ein Leben lang jung halten" von Gerd Kempermann

Kürzlich regte ich mich in einem anderen Beitrag, den ich für ein anderes Projekt geschrieben hatte darüber auf, dass es bei dem Buch zu wenig um Neurowissenschaften ging. Statt dessen wurde das Gehirn im Sinne seiner Möglichkeiten und Grenzen beleuchtet. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Ich hätte gerne ein populärwissenschaftliches Buch über Neurowissenschaften gelesen, nicht jedoch über Krankheiten. Das Buch in dem benachbarten Projekt war keinesfalls schlecht, nur eben anders als erwartet. Mit "Die Revolution im Kopf" von Gerd Kempermann habe ich nun ein entsprechendes Buch gefunden. Es erklärt im Detail das menschliche Gehirn und Nervenzellen ohne zu großes oder gar fachliches Spezialwissen vorauszusetzen.

Für wen dieses Buch geeignet ist

Dieses Buch richtet sich nun allerdings weniger an Patienten, sondern vielmehr an thematisch interessierte. Mit diesem Buch werden also Grundlagen im Bereich der Neurowissenschaften angesprochen, die vom Leser dazu verwendet werden können, sich tiefer mit dem eigenen Gehirn und den eigenen Nervenzellen zu beschäftigen. Dabei geht Kempermann zunächst auf die "neue(n) Nervenzellen!" ein, wendet sich dann thematisch der historischen Entwicklung zu und zeigt schließlich die Entwicklung des Gehirns auf, bevor er sich dann den einzelnen Bereichen zuwendet und zu guter letzt doch noch auf medizinische Aspekte kommt, in der die neurowissenschaftlichen Erkenntnisse hauptsächlich Anwendung finden. Der Aufbau des Buches spiegelt dabei ein klassisches Sachbuch wider, das jedoch auch als ein Einstieg ins Thema betrachtet werden kann. Es beginnt einfach und wird mit der Zeit Schritt für Schritt ein wenig konkreter. Der Leser hat somit die Möglichkeit sich intuitiv und instinktiv in das Thema hineinzuarbeiten. 

Warum dieses Thema eigentlich jeden interessieren sollte...

Jeder Mensch hat ein Gehirn. Wer ein Leben lang fit bleiben möchte, kann einiges für sein Gehirn tun, sollte jedoch erst einmal verstehen, wie es funktioniert, wenn es funktioniert. Erwartet wird an dieser Stelle kein Abschluss in Neurowissenschaft oder Neurologie, sondern einfach nur ein grundlegendes Interesse. Unser Gehirn ist schließlich eine Grundlage unseres Lebens, somit sollten wir es verstehen und uns dafür interessieren, es möglichst sinnvoll, effizient und langlebig zu beschäftigen.

... und doch die wenigsten interessiert

Doch tatsächlich interessieren sich viele Menschen nicht so sehr für die Abläufe und Prozesse, die in ihrem Gehirn tagtäglich stattfinden. Es interessiert sie so lange nicht, wie eben alles funktioniert. Dabei kann das Wissen darüber, wie unser Gehirn funktioniert sogar einige Abläufe verbessern und Erkenntnisse daraus lassen sich zum Beispiel beim Lernen anwenden.

Fazit

Wer sich mit den Leidenschaften und Vorlieben seines Gehirns beschäftigen möchte, oder einfach nur ein bisschen mehr darüber wissen möchte, der ist mit diesem Buch gut bedient. Wobei dieses Buch eigentlich sogar ein kleines Highlight für Einsteiger darstellt, denn Gerd Kempermann verzichtet auf unnötige Komplexität, die ein Laie nicht versteht. Dieses Buch richtet sich nicht an Experten, sondern vielmehr an interessierte Laien. Es ist nicht als Fachbuch zu sehen, sondern wirklich als das, was es ist: Ein Sachbuch, das Lust macht das menschliche Gehirn in all seinen Abläufen zu erforschen. 

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